Gastbeitrag Wohntraum (Blogreihe)

Bis es „zoom“ machte

Ich war nach einer unschönen Trennung aus meiner Heimatstadt weggezogen. Zwar nur ca. 15 min entfernt, aber immerhin weg. Als mein Mann und ich dann ein Paar wurden, er ziemlich schnell bei mir einzog und wir feststellten, dass wir den Rest unseres Lebens miteinander verbringen wollen, kam bei uns auch das Thema „Eigentum“ auf. Uns war klar, dass wir nach unserer Hochzeit sehr schnell Kinder haben wollten und konnten uns dies in der Wohnung nur schwer vorstellen. Außerdem hatte ich Sehnsucht nach meiner Heimatstadt, dort war ich aufgewachen und meine Eltern wohnten auch hier.
Nach den schlechten Erfahrungen von unseren Freunden war uns klar: Wir wollen auf keinen Fall selber bauen. Außerdem hat mein Mann eher zwei linke Hände und hatte bis dahin handwerklich noch nie groß etwas gemacht. Das Risiko, bei einem Neubau selbst viel tun zu müssen, lehnten wir deshalb ab.
Wir machten eine Liste, was uns wichtig ist. Das war nötig, damit wir uns unsere Vorstellung einmal ganz konkret vor Augen führen konnten.
Ganz wichtig: Vorher mit der Bank sprechen – was geht finanziell überhaupt?! Wir haben uns eine Grenze gesetzt, da wir gerne in den Urlaub fahren und uns nicht komplett einschränken wollten.
Danach fingen wir an, die einschlägigen Portale nach Häusern zu durchsuchen. Einiges schauten wir uns an, häufig nahmen wir gleich meine Eltern mit. Richtig „zoom“ machte es allerdings nie.

In der Zwischenzeit hatten meine Eltern unseren Wunsch nach Eigentum fleißig im Bekanntenkreis gestreut. Das war unser großes Glück, denn der Vorbesitzer erzählte an einem Samstag morgen unseren heutigen Nachbarn, dass er sein Haus verkaufen möchte. Am nächsten Morgen rief ich ihn an und am Sonntag abend schauten wir uns das Haus zum ersten Mal an.
Bei uns machte es „zoom“ und zwar sofort. Reihenmittelhaus, 130 m2 Wohnfläche plus Keller, Gäste WC, 2 min zu Fuß zu meinen Eltern. Einziger „Nachteil“: ein ziemlich großer (und verwilderter) Garten. Auch der finanzielle Rahmen war in Ordnung und wir hatten noch genug Spielraum für Renovierungsarbeiten.

Bildrechte: mottesmama.wordpress.com

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So bekamen wir am 1.9.2013, kappe 6 Wochen nach unserer Hochzeit, die Schlüssel. Am ersten Wochenende schmissen wir eine „Abrissparty“ und luden den ganzen Tag über Freunde und Familie ein, die uns beim Abreißen der Tapeten halfen. Das war viel Wert und wir schafften eine ganze Menge. Danach war ich, was die körperliche Arbeit betraf, raus: Wir hielten am Montag danach einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Die Motte hatte sich ganz fix auf den Weg zu uns gemacht.
Im Erdgeschoss passierte in den nächsten Wochen eine ganze Menge: Kompletter Fußboden inlusive Estrich raus, Fußbodenheizung rein, neuer Estrich drauf. Die Tür zur Küche musste verschoben werden, das Gäste WC wurde – wie das Bad im 1. OG – komplett erneuert. Anschließend wurden neu gefliest, im 1. OG wurde tapeziert, Teppichboden bzw. in unserem Schlafzimmer Parkett verlegt. Das 2. OG, in dem sich zwei Arbeitszimmer befinden, wurde ausschließlich gestrichen.

Bildrechte: mottesmama.wordpress.com

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Wir hatten unterschiedliche Gewerke angeheuert, welche die Fußbodenheizung verlegten, den Estrich gossen, Fliesen legten, Badezimmer fertig stellten sowie das Treppenhaus tapezierten. Hier lief nicht alles ganz rund, aber wir waren doch zufrieden und konnten uns auf die Firmen verlassen. Mein Mann und mein Papa nahmen sich eine Woche gemeinsam Urlaub und tapezierten in allen Räumen. Der Umzug fand dann Mitte Dezember 2013 statt und ging ziemlich problemlos über die Bühne. Wie heißt es doch so schön: Viele Hände – schnelles Ende.

Bildrechte: mottesmama.wordpress.com

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Unser Fazit: Wir haben es noch nicht eine Sekunde bereut, dass wir uns für dieses Haus entschieden haben, denn wir fühlen uns unheimlich wohl. Wir genieße es sehr, dass meine Eltern so nah bei uns wohnen und wir uns häufig sehen können.
Man muss allerdings immer bedenken, dass es mit einer Renovierung und dem Einzug noch lange nicht getan ist. Ständig gibt es neue Baustellen. So haben wir im letzten Mai den Vorgarten neu gemacht, in diesem Jahr ist ein Teil des Gartens unser Projekt. Trotz der vielen Arbeit kann ich nur empfehlen: Die eigenen vier Wände lohnen sich sehr!

Carina von Motte’s Mama

Bildrechte: mottesmama.wordpress.com

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Über die Autorin: Carina, Mama von Motte (1 Jahr), bloggt seit Oktober 2014 auf Motte’s Mama und beschreibt dort den Alltag mit der Motte und die Leidenschaft für das Nähen!

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