Kinder

Die Sorge um das Kind

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Inspiriert von dem Post „Sie wollen also ihrem Kind nicht helfen“ von „Glucke und So“ möchte ich euch jetzt auch einmal erzählen was wir alles schon mit den kranken Kindern erlebt haben. Die Glucke berichtet in ihrem Post von einer schrecklichen Erfahrung mit ihrem Kind im Krankenhaus. Leider ist dies kein Einzelfall, denn auch wir haben schon viele Dinge mit den Kindern erlebt.

 

Kinderarzt

Bei unserem Kinderarzt ist es normal, dass man mit kranken Kindern entweder ab 12 Uhr mit Wartezeit vorbeikommen darf oder ab 18 Uhr, natürlich auch mit Wartezeit. Wartezeit hat bei uns schon bis zu 2 1/2 Stunden gedauert. Eine Zumutung mit kranken Kindern wie ich finde. Es ist echt schade, dass für diese Fälle keine festen Termine gemacht werden. Feste Termine gibt es für die U-Untersuchungen, Impfungen und (wenn man Glück hat) für die Kontrolle nach einer Krankheit. Fester Termin heißt allerdings nicht, dass man unbedingt schnell dran kommt. Mit Pech kann man da auch noch eine Stunde warten. Ich bin jedesmal schon so wütend und genervt wenn ich zur Ärztin komme. Diese erzählt mir dann immer eine Geschichte (damit sie von der ganzen Warterei ablenken kann) wie z.B. „Oh, Sie haben es aber gut. Eben hatte ich eine Familie aus Syrien mit behinderten Kindern und einem Dolmetscher da.“ Ja, das tut mir auch verdammt leid, aber ich habe trotzdem keine Lust ewig zu warten und die Kinder damit noch zusätzlich zu stressen und mich natürlich auch nicht. Ich mag die Ärztin wirklich, denn sonst hätte ich die Praxis schon längst gewechselt. Ich war auch schon bei ihr als Kind in Behandlung und sie ist einfach toll. Allerdings werde ich aufgrund meiner Nerven und das ständige Aufregen über die Praxis und die Organisation dort, doch die Praxis wechseln. Vor allem nach dem letzten Kommentar der sonst tollen Ärztin, weil ich meinen Sohn mit einer Erkältung mitgenommen habe, obwohl es nur der Tochter wirklich schlecht ging “ Sie müssen mal etwas lockerer werden.“ Ja, danke schön, aber wenn ich zu spät komme und der Sohn wieder eine Bronchitis hat, ist es eben auch scheiße.

 

Krankenhaus

Letztes Jahr musste ich mit meinem Sohn ins Krankenhaus als ich hochschwanger war. Eine Kürzung der Mandeln im März hatte nichts gebracht und so wurden ihm die Mandeln im Juli komplett raus genommen und beschnitten werden musste er auch (sonst hätten wir das in diesem Jahr machen müssen). Diese Organisation im Krankenhaus ging mir ziemlich gegen den Strich. Alleine die Vorbesprechungen am Tag waren schon chaotisch. Wir wurden von einer Ecke zur anderen geschickt und hätten angeblich Termine gebraucht, obwohl mir das am Tag vorher am Telefon noch anders gesagt wurde. Chaos eben, aber das war schnell wieder vergessen.

Die OP verlief zum Glück super und das OP-Team war auch echt klasse. Die Station war auch gut, auch wenn dieses Krankenhaus im Sommer die reinste Sauna ist. Ich schlief also jede Nacht hochschwanger auf dem Beistellbett, teilweise noch mit dem Sohn zusammen.

Zur täglichen Untersuchung mussten wir durch das komplette Krankenhaus laufen. Komisch nur, dass sich die Kinder mit der Mandel-OP eigentlich noch gar nicht soviel bewegen dürfen! Jeden Morgen habe ich ihn also in die Karre gesetzt, denn den Weg hätte er so nicht geschafft. Das Krankenhaus ist nämlich sehr groß. Diese Organisation dort, echt ohne Worte!

Am nächsten Tag habe ich dann mal nachgefragt ob sich auch mal irgendein Arzt seinen Penis angucken wird. „Wie, war noch keiner da?!“ Die Schwestern haben sich dann darum gekümmert, dass endlich mal ein Arzt kommt. Aber ist das echt als Mutter meine Aufgabe das ganze zu organisieren? Ich dachte bis dahin man kann sich dort auf alles verlassen.

Auch um die urologische Abschlussuntersuchung durfte ich mich selber kümmern. Da durften wir natürlich auch durch das ganze Krankenhaus laufen bis wir dort waren.

Die Rezepte dürfen im Krankenhaus übrigens nicht ausgestellt werden. Wir mussten nach der Entlassung dann noch zum HNO.

Ich war noch nie so glücklich nach 3 Tagen wieder zu Hause zu sein.

 

RTW

Nach einer Woche (ich war natürlich alleine mit dem Sohn, weil der Mann auf Dienstreise war) fing der Sohn im Bett an zu brechen und spuckte Blut dabei. Im Krankenhaus wurde uns gesagt wir sollen schnellstmöglich, am besten mit RTW, zurück ins Krankenhaus kommen. So eine Blutung ist ja nicht ohne Gefahren. Als die beiden mit dem RTW da waren, war der Sohn ziemlich am heulen. Die beiden wollten mich überreden doch alleine mit dem Auto ins Krankenhaus zu fahren, denn der Sohn würde ja im Krankenwagen noch mehr Panik bekommen.. Zum Glück ist meine Mutter dazu gekommen und hat denen klar zu verstehen gegeben, dass ich in dieser Situation, hochschwanger und in Panik, ganz bestimmt nicht alleine ins Krankenhaus fahren werde. Die Frau die hinten bei uns im RTW saß hat mich immer ziemlich genervt angeschaut. So als hätte ich ohne Grund einen Krankenwagen gerufen. Ich schätze sie waren genervt, dass sie den Wagen danach wieder sauber machen durften. Ich habe mich so unwohl gefühlt.

Im Krankenhaus hat sich dann eine Ärztin sehr toll um uns gekümmert. Wir mussten noch einmal 2 Nächte vor Ort bleiben und in der ersten Nacht kam sie sogar zur Kontrolle und am nächsten Morgen noch einmal um mir die Ergebnisse der Blutuntersuchung mitzuteilen.

 

Was ich mir wünsche

Es läuft bei uns nicht immer alles schief. Wir haben schon viele tolle Ärzte, Sprechstundenhilfen, Schwestern und Pfleger kennengelernt, die hart in ihrem Job und sicherlich nicht unter den tollsten Bedingungen arbeiten müssen, dabei aber trotzdem immer nett und freundlich sind. In meinem Bericht geht es um die schlechten Erfahrungen, die wir und bestimmt auch schon viele andere gemacht haben.

Jeder Arzt und auch jede Schwester sollte sich in die Kinder und die Eltern versetzten können, die mit den Ängsten zu kämpfen haben und versuchen sie zu beruhigen, anstatt ihnen Vorwürfe zu machen. Wir wollen alle nur das beste für unsere Kinder und kommen sicherlich nicht zum Spaß zu ihnen. Denn die Zeit kann man besser nutzen.

Ich wünsche mir für Deutschland bessere Arbeitsbedingungen für den Pflegesektor und auch manch andere Dinge sollten im Deutschen Gesundheitssystem vereinfacht werden, damit wir alle glücklich damit sind.

Jeder hat mal einen schlechten Tag, aber an verängstigten Kindern und Eltern sollte die schlechte Laune trotzdem nicht ausgelassen werden.

 

Bis bald,

eure Sarah

 

4 Kommentare

  1. Liebe Sarah, deine Erfahrung beim Kinderarzt mit diesen Wartezeiten finde ich wirklich krass!!! Vielleicht testest du ja doch mal einen anderen Doc?? Es gibt wirklich viele gute! 🙂 viele Grüße, Leonie

  2. Oje, das ist ja wirklich eine Horrorgeschichte :-(((((( Und dann auch noch hochschwanger. Es ist echt unglaublich, was einem im Krankenhaus mit Kindern zugemutet wird. Sicher gibt es auch gute Betreuung, aber ich habe das Gefühl, dass das ganze Spital-Prozedere bei Kindern so einfach nicht gut funktionieren kann. Und dass Dir vorgeschlagen wurde, dass Dein Sohn alleine im Krankenwagen fährt und Du separat, ist ja wohl der Hohn! Ich drücke Dich!!

    • Erst einmal noch gute Besserung an deinen Sohn!
      Ich habe gerade meinen Beitrag noch einmal durchgelesen und es ist wirklich etwas falsch zu verstehen:
      Die wollten den Sohn nicht alleine mitnehmen, die wollten das der Sohn und ich einfach zusammen mit Auto hinfahren.
      Also wollten sie einfach wieder fahren…

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