Ich packe meinen Koffer

Eine Reise in die Gegenwart #unserkoffer

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Wir, das sind 12 Mamis & Bloggerinnen mit Herz, die sich gefunden und entschieden haben, gemeinsam auf Reisen zu gehen.

Und das Schönste daran: wir nehmen euch alle mit und das an jedem Freitag.

Letzte Woche hat euch Jessy von Zwerg&Meer mit auf die erste „Reise mit Baby nach Thüringen“ genommen.

Und wo nehme ich euch heute mit hin?

Ich packe in meinen Koffer….
und nehme euch mit auf eine Fantasiereise in die Gegenwart.

 

Was wäre, wenn ein schon verstorbener Mensch sich die jetzige Welt noch einmal anschauen könnte? Würde er sich auf dieser Welt zurechtfinden? Ich nehme euch jetzt mit auf eine Fantasiereise am Beispiel meines Opas, der im Jahr 1988, in dem Jahr als ich auf die Welt kam, verstorben ist.

 

Ein verstorbener Mensch reist in die Gegenwart

Als ich im Jahr 1988 verstorben bin, passierte gerade sehr viel auf dieser Welt. Aber viele tolle und wichtige Ereignisse habe ich knapp verpasst.

Tag 1

Wir schreiben das Jahr 2015, zumindest stand das gerade hier auf einer Zeitung. Ich weiß gar nicht wo ich bin. Alles scheint anders zu sein und ich kenne mich hier gar nicht mehr aus. Auf dem Weg durch die Stadt zu meinem alten Zuhause erkenne ich zum Glück noch einige Gebäude. Auch wenn hier wirklich kaum ein Geschäft am alten Platz ist, sind viele Gebäude geblieben.

Das Haus in dem ich gewohnt habe existiert noch und sogar die Bäckerei ist noch im Gebäude. Auf der Klingel steht noch mein Name, also werde ich hier hoffentlich meine Frau antreffen. Wie sie wohl aussieht? Immerhin sind 27 Jahre vergangen und auch ich habe mich in der Zeit sehr verändert. Meine Hände zittern auf dem Weg nach oben, alles sieht hier unverändert aus und ich habe das Gefühl, ich war gar nicht weg. Oben öffnet jemand die Tür und ich bin so aufgeregt. Meine Frau ist tatsächlich da und wir fallen uns in die Arme. Wir haben uns beide ganz schön verändert, nun ja, 27 Jahre sind eine lange Zeit. Die Wohnung erkenne ich wieder, viele Möbel sind die gleichen und ich fühle mich noch wie zu Hause. Es gibt so viel zu erzählen, denn ich möchte alles genau wissen.
Meine Frau erzählt mir, dass sie in den letzten 27 Jahren viel gereist ist, vor allem seit sie in Rente gegangen ist. Sie hat viel mit ihren Freundinnen unternommen und war selten alleine. Das hört sich gut an, denn ich wollte nie, dass sie alleine sein muss. Das ich so früh gehen musste, habe ich selber nie gewollt. Aber das Leben hat halt manchmal andere Pläne. Leider werde ich auch meine Geschwister, viele andere Familienmitglieder und Freund nicht wieder sehen können, denn sie sind mittlerweile auch verstorben.
Aber dafür erfahre ich auch viele schöne Dinge. Meinem Sohn und meiner Schwiegertochter geht es gut und auch meine Enkeltochter, die kurz vor meinem Tod geboren ist, hat ihren Weg ins Leben gemacht. Sie ist verheiratet und hat mittlerweile selber 2 tolle Kinder. So bin ich nicht nur Opa, sondern auch Uropa. Am liebsten würde ich direkt los zu allen, aber heute werde ich erst einmal die Zeit mit meiner Frau genießen, denn es gibt wahrlich genug zu erzählen.

 

Tag 2

Heute ist es soweit, ich werde endlich meinen Sohn und alle anderen wieder sehen.
Auf dem Weg dorthin schaue ich mir die Stadt an. Es ist schön hier, aber alles sieht so anders aus.
Ich freue mich so sehr, meine Familie zu sehen. Es haben sich zwar alle verändert, aber wiedererkennen tue ich sie trotzdem. Wir haben so viel zu erzählen. Es ist einfach so schön, ich muss weinen, es ist alles so unglaublich emotional. Ich habe sehr viel verpasst und das tut mir so leid. Aber diese Chance, noch einmal hierher zu kommen, ist einfach wunderbar.
Mit meinem Sohn unterhalte ich mich über sein Leben und über das Weltgeschehen. Die Mauer gibt es nicht mehr? Ich kann das gar nicht glauben. Und das passierte schon kurz nach meinem Tod. Die Jugend heute ist in einem Deutschland aufgewachsen. Ich finde das so schön. Und Wahnsinn, wir haben eine Frau zur Bundeskanzlerin. Das wäre in den 80er Jahren nie möglich gewesen. Auch ein schwarzer Präsident in den USA wäre undenkbar gewesen. In diesem Bereich hat sich die Welt positiv verändert. Auf der anderen Seite sind die Kriege auf dieser Welt wirklich schlimm. Ich hoffe wirklich, dass die Menschen keinen 3. Weltkrieg miterleben müssen. Es ist wirklich traurig, was derzeit und auch schon in den letzten Jahren hier auf der Welt passiert. Und das mit dem World Trade Center ist einfach unfassbar. Die Menschen können grausam sein.

Natürlich schaue ich auch bei den Schwiegereltern meines Sohnes vorbei. Es ist so schön noch 2 alte Verwandte wiederzusehen. Sie sind noch da und das ist schön. Sie können mir viel über diese Welt erzählen, in der ich einmal gelebt habe.

Zusammen mit meiner Familie besuche ich auch meine Enkeltochter und ihre Familie. Ich lerne meine 2 Urenkelkinder kennen. Es ist so schön alle einmal zu sehen. 2 aufgeweckte kleine Kinder, die gerade die Welt erkunden. Ich bin traurig, dass ich so viel Zeit verpasst habe, aber die jetzigen Momente genieße ich in vollen Zügen. Das kann wenigstens ein bisschen die Zeit wieder gut machen, die ich verpasst habe. Wie gerne hätte ich allen beim Aufwachsen zugesehen.
Aber ein anderes Thema was mich noch völlig aus den Socken haut: diese ganze Technik. Ich kann das einfach alles nicht verstehen. Diese Handys können Bilder machen, man kann damit Informationen holen oder einfach miteinander sprechen. Man nimmt diese Dinger überall mit hin und ist rund um die Uhr erreichbar. Aber warum wollen die Menschen das? Man hat doch gar keine Ruhe mehr. Auf der anderen Seite finde ich es total spannend. Die Fernseher sind so flach und das Bild ist so scharf. Die Technik hat sich komplett verändert und ich würde damit nie klar kommen. Aber wie gerne würde ich mir Fußball im Fernsehen anschauen. Das ist ja fast wie live dabei sein.
Was hätte ich dafür gegeben die beiden Fußballweltmeisterschaften dort anzuschauen, in denen Deutschland den Titel gewonnen hat. Ich liebe Fußball und das wäre so toll gewesen.

 

Tag 3

Ich habe mich von meiner Familie verabschiedet und hoffe, wir werden uns irgendwann einmal wieder sehen. Alleine werde ich jetzt noch einmal die Orte bereisen, in denen ich aufgewachsen bin und in denen ich gelebt habe. So eine starke Veränderung hätte ich nie für möglich gehalten. Jetzt kann ich endlich zur Ruhe kommen, denn ich weiß, es geht alle gut und alle haben ihren Weg gemacht.

Ich bin sehr dankbar für diesen Besuch, denn ich konnte mir die Welt noch einmal anschauen. Aber nicht die Welt war das wichtige für mich, sondern meine Familie. Ich bin sehr traurig so viele Jahre verpasst zu haben, aber dennoch froh, alle noch einmal wiedergesehen zu haben und neue Familienmitglieder kennen gelernt zu haben.

Diese neue Welt ist spannend, aber nicht mehr meine Welt.

Das Leben ist wunderbar und ihr solltet es alle genießen! Man lebt nur ein mal!

 

 

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Nächste Woche packt Nina von Timbaru ihren Koffer für euch. Ihr könnt gespannt sein!

Die anderen Reiseberichte findet ihr bei mir oben im Menü unter „Ich packe meinen Koffer“ .

Unser Projekt findet nicht nur auf den einzelnen Blogs statt. Ihr findet uns auch auf Facebook und Twitter. Schaut doch mal vorbei!

 

 

 

 

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3 Kommentare

  1. Süße Idee…und mal etwas ganz anderes im Rahmen dieser Reihe!!

  2. Pingback: Ein tropischer Kurzurlaub...und das direkt vor der Haustür! #unserKoffer - Familie Mottes Mama- und Familienblog

  3. Pingback: Einmal Deutschland und zurück | timbaru

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