Kinder Über mich

Gedankenkarussell

Gedankenkarussell_neu

Es gibt viele Abende, da liege ich im Bett und denke viel nach und kann meinen Kopf einfach nicht ausschalten. Meine Kinder liegen (oft) neben mir und ich genieße das leise Atmen und Schnarchen. Diese kleinen Wunder, die ich einfach über alles liebe und nie mehr hergeben möchte. Aber dann zermürbe ich mir auch wieder den Kopf:

Werde ich ihnen gerecht? Habe ich am Tag wieder zuviel gemeckert, obwohl sie eigentlich nichts falsch gemacht haben und nur ich mal wieder von den kleinen Dingen genervt war? Bin ich eigentlich eine gute Mutter und vor allem, sind meine Kinder glücklich?

Denn nur das möchte ich: glückliche Kinder, die mit allen Problemen der Welt zu mir kommen können. Meine Kinder sollen eine glückliche Kindheit erleben und zu starken und glücklichen Erwachsenen werden und diesen Weg dahin möchte ich mit ihnen gehen und ihnen unterstützend (sofern sie es wünschen) zur Seite stehen.

Ich mache mir sehr oft Gedanken darüber, ob ich alles richtig mache oder eventuell in manchen Dingen zu nachlässig bin:

Waren das heute vielleicht doch etwas zu viele Gummibärchen? Wie um himmelswillen bekomme ich mehr Gemüse in meine Tochter, denn sie verweigert nahezu alles, selbst das kleinste Stück Salat wird heraus gesucht. Wird es dem Sohn schaden, dass er am Morgen wieder mit aller Kraft das Zähne putzen verweigert hat? Wenigstens putzt er am Abend ohne Probleme. Hätte der Fernseher nicht heute mal komplett ausbleiben können? Eigentlich bin ich dafür, dass der Große in Maßen schauen kann, denn ganz ohne Medien soll er auch nicht groß werden. Dennoch hätte ich vielleicht ein bisschen eher ausmachen können, habe aber die Ruhe auch genossen.

Und worüber ich mir am Abend die meisten Gedanken mache: ob ich meinen beiden Kindern überhaupt gerecht werden kann. Am Morgen bin ich mit der Tochter alleine und kann mich voll auf sie konzentrieren. Sobald der Sohn dabei ist, möchte ich auch mal etwas in Ruhe mit ihm machen. Dazu kommt es dann meist erst, wenn der Papa wieder da ist oder am Abend, wenn die Tochter schon schläft. Am Wochenende nehme ich mir auch die Zeit, aber dennoch habe ich das Gefühl, er muss immer hinten anstehen. Richtig Spiele spielen funktioniert nicht, wenn die Tochter nebenher spielt. Sie macht dann nämlich alles kaputt, was der Sohn aufgebaut hat.Aber an einer Sache erfreue ich mich dann doch: zusammen spielen können die beiden trotzdem schon ganz gut, auch wenn beide dabei natürlich Kompromisse eingehen müssen.

Diese Gedanken am Abend halten mich oft von dem so wichtigen Schlaf ab. Ständig mache ich mir Gedanken darüber, was ich alles ändern sollte, falsch gemacht habe oder am nächsten Tag eben besser machen möchte. Ich fühle mich unwohl in meiner Haut, fühle mich manchmal unfähig eine gute Mutter zu sein. Manchmal wünschte ich, ich könnte manche Dinge anders und besser machen. Aber auch dann würde ich vermutlich noch an mir zweifeln. Das scheint einfach ein großes Problem von mir zu sein: ich mache mir einfach zu viele Gedanken. Gedanken darüber, was andere von mir denken, Gedanken darüber, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Diese Gedanken ziehen sich noch tagelang mit, denn ich nehme mir alles einfach sehr zu Herzen. Ich bin auch eine Person, die bei einem falschen Blick sofort denkt, diese andere Person kann mich einfach nicht leiden oder hat über mich gelästert. Und dann halte ich an dem Gedanken noch sehr lange fest. Seitdem ich Kinder habe, ist das zum Glück schon etwas besser geworden und in manchen Bereichen kann ich wunderbar die „Scheiß-egal-Stellung“ einnehmen, aber ganz ab bin ich davon immer noch nicht.

Obwohl ich mich scheinbar gar nicht so blöd anstelle, immerhin zeigen mir meine Kinder ihre Liebe und damit kann ich ja eigentlich auch gar nicht alles falsch gemacht haben. Sie bekommen nämlich alle Liebe der Welt von mir. Ich würde immer für sie einstehen und für sie Kämpfen, denn diese 2 Wesen bedeuten mir einfach alles und noch viel mehr.

Bis bald,eure Sarah_neu

 

4 Kommentare

  1. Hallo liebe Sarah,
    wie du ja weißt, bin ich selber keine Mutter, aber dafür stolze Tante! 😀
    Ich finde deinen Beitrag sehr schön, denn ich denke, dass es vielen Müttern so geht und auch mir später so gehen wird.
    Ich jedenfalls denke nicht, dass du eine schlechte Mutter bist.
    Denn immer wenn ich eure beiden Mäuse sehe, dann sehe ich zwei glückliche Kinder, mit viel Fantasie und Spaß an der Freude! Ich genieße es persönlich immer sehr, wenn dein Sohn mich mit auf seine Reisen nimmt. Mir erzählt was er so erlebt hat oder sich wieder Geschichten ausdenkt, wenn wir Brände löschen müssen oder auf Geisterjagd gehen.
    Selbst eure Tochter ist jetzt schon so voller Freude und auch ein Meister im Blödsinn mache und eine kleine Kletterkünstlerin. 😀
    Ich denke, dass eure Kinder nicht so voller Energie und Freude wären, wenn du eine schlechte Mutter oder ihr schlechte Eltern wärt.
    Deine Gedanken sind normal, aber ich denke vollkommen unbegründet. Und schimpfen machen doch alle Eltern. 😀

    Liebe Grüße deine Schwägerin 😉

  2. Tina Pusse

    Liebe Sarah,
    Ich habe mir gerade Deinen Bericht durchgelesen und bin wirklich baff.
    Du hast mir aus der Seele gesprochen.
    Es sei als wäre Dieser Bericht von mir geschrieben.
    Nur mit dem Unterschied das ich bis heute für all das nicht die richtigen Worte gefunden habe.
    Ich fühle mit Dir.
    Meine Denkerei ist ebenso wie Deine.
    Ist es übertrieben? Müde vom denken fallen mir abends die Augen zu.
    Aber wie kann man das ablegen nicht ganz nur ein wenig?
    Ich sage niemals, wenn man zu diesen Menschen gehört die einfach alles aufsaugen statt auch einmal auszublenden.
    Entschuldige den wirr warr ich bin immer noch überrascht
    Viele liebe grüße Tina

    • Liebe Tina,
      ich bin sehr froh, dass es auch andere Menschen gibt, die dieses „Problem“ haben.
      Es ist wirklich nicht einfach und ich wünschte, ich wüsste wo ich diesen „Aus-Schalter“ bei mir finde.
      Ganz ausblenden kann ich es sicherlich nie, aber ein wenig würde mir nicht schaden.
      Ich danke dir für deinen Kommentar.
      Viele liebe Grüße zurück!

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