Familienleben

Geschwister im Vergleich #Einzelstuecke

Eigentlich sollte man seine Kinder nicht vergleichen, dennoch passiert das ganz automatisch, finde ich. Wenn man es vielleicht auch nicht laut ausspricht, Gedanken dazu macht sich bestimmt jeder.

Ich habe definitiv 2 Einzelstücke hier, die sich in vielen Dingen aber auch sehr ähnlich sind. Geschwister eben 🙂

Schwangerschaft

Beide Schwangerschaften waren anstrengend und mit kleinen Problemen übersehen. In beiden Schwangerschaften habe ich massig zugenommen und war zwischenzeitlich unglücklich damit. Aber dennoch gab es einen sehr großen Unterschied: hat der Sohn fast durchgängig Radau im Bauch gemacht, war die Tochter dagegen sehr ruhig und ich habe immer gehofft, dass alles okay ist, weil ich sie nicht so oft bemerkt habe. Ich hatte die Hoffnung, dass sich diese Ruhe auch auf den ganzen Charakter niederschlägt.

Größe

Ich habe 2 sehr große Kinder, die oft schon für älter gehalten werden, als sie wirklich sind. Der Sohn ist mit 4 1/2 Jahren 118,5cm groß und die Tochter mit fast 17 Monaten 84cm.

Gemüt

Der Sohn war als Baby und Kleinkind sehr sparsam mit seinem Lachen. Auch heute noch mag er es nicht sehr gerne, wenn in seiner Gegenwart so viel gelacht wird. Er denkt immer, man lacht über ihn. Dennoch ist er ein sehr fröhlicher kleiner Kerl, der unsere Welt erhellt. Die Tochter dagegen ist schon immer ein Sonnenschein und lacht viel. Ich bin gespannt wie sich das bei ihr weiterentwickelt.

„Trotzphase“

Bei beiden Kindern ist diese Phase sehr ausgeprägt (gewesen). Der Sohn zeigt oft seinen eigenen Willen und die Tochter gibt sich dabei noch mehr Mühe. Wenn sie etwas möchte und nicht bekommt, dann schmeißt sie sich nach hinten (was sehr gefährlich ist) oder rollt vor Wut über den Boden. Der Sohn hat das auch gemacht, aber nicht so lange und intensiv.

Essverhalten

Essen ist beiden Kindern schon von Anfang an sehr wichtig. Beide wollten oft und viel gestillt werden, am Tag und in der Nacht. Allerdings hatte der Sohn schon viel eher Interesse am Brei. Ihm war es auch total egal was er bekam, er aß und isst auch heute noch fast alles. Er ist total unproblematisch in diesen Dingen. Bei der Tochter habe ich die Signale zuerst falsch gedeutet. Bei ihr hat es mit dem Brei länger gedauert, BLW war leider gar nichts für sie. Die Flasche nahm sie erst mit 8 Monaten und deshalb habe ich bis dahin auch gestillt. Bei meinem Sohn hatte ich bereits mit 6 Monaten komplett abgestillt, denn das Interesse an anderem Essen war einfach zu groß bei ihm. Die Tochter ist auch jetzt noch sehr wählerisch was das Essen betrifft. Sobald sie ein Stück Gemüse findet, wird es sofort rausgesucht und mit einem lauten „Bah“ bekundet.  Und das obwohl wir anderen es alle essen. Dafür ist ihr Appetit IMMER sehr groß und sie möchte am liebsten rund um die Uhr essen. Manchmal isst sie sogar viel mehr als der Sohn. Meine kleine süße Fressraupe 🙂

Schlafverhalten

Außerhalb von Krankheiten, Schüben und quersitzenden Pupsen sind meine Kinder in ihrem Schlafverhalten wie Tag und Nacht und das obwohl ich bei keinem der beiden einen Unterschied gemacht habe, was die nächtliche Nähe, Stillen oder sonstige Rituale betraf. Habe ich noch bei meinem Sohn gedacht, alles falsch gemacht zu haben, weiß ich seitdem die Tochter da ist, dass das Schlafverhalten auch einfach eine Typsache ist. Der Große schläft bis heute nicht durch, es sei denn, er ist bei uns im Bett und wir sind dabei. Es ist auch erst seit gut einem halben Jahr für ihn möglich, alleine im eigenen Bett einzuschlafen. In der Nacht, bzw. meist schon 2 Stunden später kommt er zu uns, weil er die Nähe einfach braucht und das ist auch völlig okay für uns! Die Kleine ist da völlig anders. Sie hat schon öfter in ihrem eigenen Bett und im eigenen Zimmer durchgeschlafen. Sie schläft dort einfach ruhiger und besser. Wenn sie wach wird, darf sie dann aber auch im Familienbett oder ihrem großen Beistellbett bei uns im Schlafzimmer schlafen.

Energie

Beide sind so voll Energie und Ausdauer, dass ich hier manchmal am verzweifeln bin. Der Mann und ich sind da nämlich so ganz andere Typen, eher von der ruhigen Sorte. Auch wenn ich schon 100 mal „Nein“ gesagt habe, macht die Kleine trotzdem ihren Unfug weiter. Der Große war in dem Alter aber ähnlich. Er kann mittlerweile (wenn er möchte) ganz gut hören und ist eine große Hilfe. Allerdings habe ich immer gedacht, dass es mit dem zweiten Kind bestimmt nicht so anstrengend wird, wie mit dem ersten Kind. Man sagt ja immer, die zweiten Kinder sind anders und das Gegenteil. Ich lache immer noch, denn dieses kleine Mädchen hat es einfach faustdick hinter den Ohren und toppt ihren Bruder um Längen! Aber eins weiß ich: wenn sie weiterhin beide so willensstark sind, werden sie es in ihrem Leben sehr weit bringen!

Beschäftigung

Der Sohn hatte am Anfang Probleme sich alleine zu beschäftigen. Mittlerweile ist es viel besser geworden, aber am liebsten ist es ihm immer noch, wenn jemand dabei ist. Er ist einfach sehr anhänglich. Die Tochter dagegen ist zwar auch am liebsten in Gesellschaft, geht aber auch gerne mal in ihr Zimmer und erkundet die Wohnung alleine.

Laufen und Motorik

Was die Motorik betrifft, waren beide Kinder sehr schnell in ihrer Entwicklung. Der Sohn begann mit 11 Monaten zu laufen und die Tochter machte bereits mit 10 Monaten die ersten Schritte. Mein Sohn wollte nie alleine längere Wege laufen und ich habe ihn noch bis zum 3. Geburtstag fröhlich in der Sportkarre durch die Gegend geschoben. Das hatte aber auch seine praktische Seite: so konnte er mir nie weglaufen. Die Tochter mochte ihren Kinderwagen von Anfang an nicht besonders gerne. Lieber ist sie alleine unterwegs und ich darf dann hinterher rennen. Es hat beides Vor- und Nachteile und dennoch sind diese Unterschiede sehr spannend zu beobachten.

Sprache

Beiden Kindern war die motorische Seite wichtiger. Der Sohn begann mit 18 Monaten mit seinen ersten Wörtern und bei der Tochter warten wir noch. Versuche und Wörter wie „Mama“, „Papa“ oder „Wau Wau“ gingen aber bei beiden schon eher.

Kuscheln

Der Sohn kuschelt von Anfang an sehr gerne und genießt die Nähe. Meist kommt er dafür zu mir und wir genießen es sehr. Die Tochter wollte von Anfang an nicht so viel kuscheln, deshalb genieße ich wirklich jeden Moment des Kuschelns mit ihr. Was mich aber sehr freut: es wird von ihrer Seite immer mehr und mehr. Allerdings kuschelt sie lieber mit dem Papa. Man merkt es sehr deutlich: der Sohn ist eher ein Mama-Kind und die Tochter eher ein Papa-Kind.

Chaos

2 kleine Meister im Chaos machen habe ich hier. Bin ich einmal kurz aus dem Raum, ist kurze Zeit später alles chaotisch. Decken, Kissen und Spielzeug, alles liegt durcheinander. Beide helfen mit und sind dabei sehr glücklich. Doch dabei frage ich mich immer: schaut sich die Kleine das alles beim Bruder ab oder ist sie auch mit dieser Charaktereigenschaft geboren (wie ja eigentlich alle Kinder)? Ich finde nämlich, die Kleinen nehmen sich davon sehr viel an, was die Großen vormachen.

 

Meine beiden Einzelstücke sind so verschieden und doch so gleich. Ich hoffe, sie bleiben immer so, wie sie jetzt sind (Erwachsen werden dürfen sie natürlich 😉 ). Mein großer Zwerg und meine kleine Radauzwergin.

 

Dieser Beitrag gehört zur Blogparade #Einzelstuecke von Mutter&Söhnchen.

Bis bald,eure Sarah_neu

 

 

3 Kommentare

  1. Hach, wie schön, das mal so zusammengefasst zu lesen. Irgendwie kennt man die Kinder der anderen schon so lange und erfährt trotzdem immer wieder Neues aus solchen Beiträgen. Ich kann mir die beiden sehr gut vorstellen 🙂 Schön, dass Du auch mitgemacht hast!
    Liebe Grüße!

  2. Pingback: Auswertung Blogparade #Einzelstücke – Mutter & Söhnchen

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