Gastbeitrag Wohntraum (Blogreihe)

Ob mieten oder Raten zahlen, es läuft doch aufs Gleiche hinaus!

Ums Wohnen dreht sich gerade alles auf Zwergenzimmerchen. Das trifft sich gut, denn dieses Thema interessiert mich brennend. Deshalb habe ich auch auf meiner Webseite, topElternblogs, dieses Jahr den inhaltlichen Schwerpunkt auf „Hausbau und Grundstückssuche“ gelegt. Dabei ist mir aufgefallen, wie wichtig für (zukünftige) Bauherren die Kosten sind. Aber:
 
Spielt denn nur Geld eine Rolle?

Für Sarah von Zwergenzimmerchen bin ich der Frage mal nachgegangen…
Gestern erst habe ich ihn gehört, den altbekannten Satz: „Mit meiner Wohnung bin ich zwar sehr zufrieden, aber die Zinsen sind gerade so niedrig, dass ich das Geld, das ich für die Miete aufbringen muss, genauso gut auch in die Raten für ein Haus stecken könnte.“

Einen Lebensplan werden wohl die wenigsten für sich entworfen haben. Doch gerade wenn es ums Wohnen geht, wird viel zu viel dem Zufall überlassen. „Wo will ich eigentlich leben und vor allem wie?“ scheinen sich die wenigsten Menschen zu fragen. Die eigene Zukunft wird da lediglich auf eine Frage reduziert: die Kostenfrage.

Dabei brauche ich wohl keinem zu erzählen, dass sich das Leben auf dem Lande von dem in der Stadt unterscheidet, ja dass es einen vollkommen anderen Lebensstil provoziert – mit ganz anderen Freunden, Nachbarn und Bekannten. Ob das überhaupt zu einem selbst und dem Rest der Familie passt, scheint nebensächlich.

Die Baufirmen kennen ihre Klientel und werben gezielt mit dem Spruch, die eigenen vier Wände seien günstiger als eine Mietwohnung. Wenn die Mietwohnung aber keinen Preisvorteil mehr bietet, verliert sie gegen das Einfamilien- oder Reihenhaus. Warum eigentlich?

„Wenn ich das Haus abbezahlt habe, ist es meins. Dann brauche ich keine Miete mehr zu zahlen“, lautet die Antwort – und wieder sind es die Kosten, die im Mittelpunkt stehen. Miete braucht nicht gezahlt zu werden und die Raten entfallen mit dem Eintritt in die Rente. Toll. Das ist oft das einzige Argument, das ich höre. Die Kostenersparnis scheint den Menschen so enorm wichtig zu sein, dass es alles andere überwiegt.

Aber was für Häuser sind das eigentlich, die man – auf Mietniveau – bis zur Rente abbezahlt hat? Schaut man sich die Kataloge der Hausbaufirmen mal an, stellt man fest, dass sich die günstigsten Varianten stets ähneln. Meistens sind es quaderförmige Anderthalbgeschosser mit Spitzdach oder Bungalows (siehe Bild). Klar, sie erfüllen alle möglichen Energiesparstandards, haben oftmals sogar eine Fußbodenheizung und einen Kamin. 08/15 sind diese Häuser trotzdem.

Jetzt mögen sie noch dem Zeitgeist entsprechen, aber in spätestens 20 Jahren werden sie ein ziemlich trostloses Bild abgeben. Warum man die Landschaft damals mit solch hässlichen Bauten verschandelt hat? -Diese Frage möchte ich mir dann nicht stellen lassen.

Ich finde, ein Haus muss auch originell sein, einen gewissen Charme versprühen. Damit meine ich keine Prachtbauten, Schlösser oder Villen. Die Leute müssen auch nicht notgedrungen mit offenen Mündern davor stehen bleiben und die Architektur bewundern. Man sollte einfach sehen können, dass eben nicht nur der Preis eine Rolle gespielt hat beim Bau, sondern auch die Lust, sich mit diesem Haus etwas Gutes zu tun. Schließlich leben die meisten ja wirklich darin, bis sie sterben – und wollen es danach bestenfalls an ihre Nachkommen weitervererben.

Wie lebt es sich denn nun am besten?

Zurück zur Frage: Stadt oder Land? Mieten oder Raten zahlen? Es wäre müßig, alle Vor- und Nachteile der jeweiligen Wohn- und Lebensformen aufzuzählen, miteinander zu vergleichen und womöglich gegeneinander auszuspielen. Schon für mich selbst finde ich es wahnsinnig schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Ich wohne schon ziemlich lange in Berlin, kann mir aber immer besser vorstellen, ins Umland zu ziehen.

Leisten könnte ich mir allerdings nur ein 08/15-Objekt – und davor schrecke ich zurück. Darüber hinaus stelle ich es mir schwierig vor, aus dem Umland wieder wegzuziehen, sollte ich doch einmal an den Punkt gelangen, mich in der neuen Gemeinde einfach nicht heimisch zu fühlen. Ja, davor habe ich die größte Angst: Weg zu wollen, aber nicht zu können! Der Hausbau erscheint mir so… irreversibel.

Ein Haus lässt sich zwar auch wieder verkaufen, jedoch nur dann gewinnbringend (oder wenigstens ohne Verluste), wenn es sich in einer guten Lage befindet. Eine gute Lage wiederum ist teuer. Womit wir wieder bei der Kostenfrage wären. Flexibel jedenfalls ist man mit einem Haus nicht mehr.
Die Zelte abzubrechen und noch einmal ganz neu anzufangen, ist mit Sicherheit einfacher, wenn man zur Miete wohnt. Leider hat die Flexibilität auch Nachteile: alte Freunde und Bekannte gehen. Alles ist unverbindlicher. Beziehungen sind endlich, was ich bedauerlich finde.

Ihr seht, ich bin unschlüssig, sehr unschlüssig sogar. Zufrieden ist man wohl nirgends gänzlich. So sucht man also stets das vermeintlich Bessere, findet jedoch nur das „Andere“. Erst wenn man merkt, dass dieses „Andere“ für einen selbst passt und stimmig ist, merkt man, dass es das Beste für einen ist.

Wenn doch nur Probewohnen möglich wäre…:-)

 

Über die Autorin:

topElternblogs ist eine Plattform für Mama- und Papablogger, die ihre Blogs hier vorstellen und verlinken können. Blog-Marketing-Tipps halte ich auch bereit und – jetzt ganz neu – recherchiere ich zum Thema „Hausbau & Garten“.

2 Kommentare

  1. Hallo…
    bin durch Zufall hier gelandet und habe diesen Gastbeitrag gefunden… Genau die Gedanken haben mein Mann und ich auch gerade – vorallem wenn wir uns in (hoffentlich) naher Zukunft familiär vergrößern, müssen wir aus der Wohnung raus, weil viel zu klein. Und am liebsten würde ich da sofort weg – bei den Nachbarn dort, wäre ein Probewohnen so sinnvoll gewesen! Ich hätte sonst niemals den Mietvertrag unterschrieben.
    Alles leider nicht so einfach… Zwar haben wir schon einige hübsche Wohnungen und Häuser gesehen, aber irgendwie hat es noch nie so richtig gepasst, dass wir gesagt haben: „Das müssen wir uns genauer anschauen!“

    Na gut, ich beende meinen „Vortrag“ dann mal 🙂
    Liebe Grüße!
    Nadine

    • Wenn man doch solche Dinge schon vorher wüsste! Diese Gedanken muss man sich einfach machen, denn einen Hausbau oder Hauskauf macht man ja nicht einfach mal so ;-). Ich wünsche euch, dass ihr die richtige Entscheidung für euch trefft!
      Liebe Grüße,
      Sarah

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