Familienleben

Schluss mit der Gender-Stereotypisierung

In den letzten Tagen konnte man u.a. bei Facebook immer wieder lesen, dass sich der Schauspieler Ashton Kutcher für Wickeltische auf Herrentoiletten einsetzen möchte. Und deshalb hat er nun eine Online-Petition ins Leben gerufen: „Stop Gender Stereotyping: Provide Universally Accessible Changing Tables in All Your Stores“. Übersetzt heißt das in etwa „Schluss mit der Gender-Stereotypisierung: „Stattet alle eure Geschäfte mit universell ereichbaren Wickeltischen aus“.

Wenn ich an die deutschen Geschäfte denke ist das hier schon oft erfüllt. Z.B. gibt es im Ikea extra Wickelräume, unabhängig von den Frauen- oder Herrentoiletten. Aber überall ist dies auch hier noch nicht der Fall. Ich persönlich fände das sehr wichtig, denn auch Väter sollten die Chance haben vollständig das Baby oder Kind versorgen zu können. Heute ist es ja zum Glück nicht mehr ungewöhnlich, dass auch Männer in Elternzeit gehen oder einfach mal alleine Zeit mit ihrem Kind verbringen. Oder auch, dass es homosexuelle Paare mit Kindern gibt.

Wie sieht das bei euch aus? Lebt ihr noch in der „typischen“ der Mann geht arbeiten und die Frau kümmert sich um das Kind und den Haushalt -Schiene?

So ist es bei uns

Mir war es von Anfang an wichtig, dass ich die Elternzeit nehme. Das heißt aber nicht, dass ich den Mann nicht mit den Kindern alleine lassen möchte und er gar nichts im Haushalt machen soll. Mir ist trotz meiner Elternzeit wichtig, dass beide Pflichten haben.

Haushalt

Im Haushalt mache ich trotz Elternzeit nicht alles alleine. Grob gesagt heißt das für uns, dass der Mann hier kocht und den Müll raubringt. Ab und zu macht er auch die Wäsche und räumt den Keller auf. Den Rest mache meist ich. Aber das ist auch okay, denn ich bin ja öfter zu Hause. Das soll jetzt nicht heißen, dass die Aufgaben zu 100% immer so verteilt sind. Mal koche auch ich (wenn der Mann z.B. auf Dienstreise ist) oder bringe den Müll raus und mal muss auch der Mann den Staubsauger in die Hand nehmen. Mir ist einfach wichtig, dass ich nicht alles alleine machen muss. Ich bin zwar zu Hause, aber meine Hauptaufgabe ist die Kindererzieheung und da bleibt nicht immer genug Zeit für den Haushalt.

Kindererziehung

Da ich die meiste Zeit mit den Kindern verbringe, kümmere ich mich um die meisten Dinge, sei es Windeln wechseln oder Arzttermine wahrnehmen. Aber sobald mein Mann zu Hause ist steigt er voll mit in die Kindererziehung ein. Er wickelt die Tochter, spielt mit dem Sohn, usw. Das gehört einfach dazu, denn wir beiden wollten Kinder haben. Er unternimmt auch etwas mit den Kindern und das auch ohne mich. Eben exklusive Papa-Kind Zeit und das wird hier auch sehr genossen.

Elternzeit des Mannes

In der Elternzeit des Mannes werden bei uns die Aufgaben 50/50 geteilt. So habe dann auch ich mal mehr Freizeit für mich und der Mann merkt wie schön (aber auch anstrengend) es mit den Kindern sein kann. Es ist halt nicht so, dass man in Elternzeit nur relaxed und ständig nen Kaffee mit der Freundin trinkt oder einfach die Zeit für sich hat. Genau das hat mein Mann schon selber festgestellt. Deshalb bin ich so froh, dass er die Chance genutzt hat. Kindererziehung ist nämlich einer der schwierigsten Jobs die es gibt.

 

So sehe ich es

Ich persönlich finde den Ansatz mit der Petition von Ashton Kutcher sehr gut. Es ist zwar nur ein Anfang, denn unsere Gesellschaft muss sich einfach daran gewöhnen, dass es nicht mehr nur die „typische“ Rollenverteilung gibt, die auch noch unsere Großeltern gelebt haben. Und das ist auch gut so. Es ist wichtig für die Männer auch mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen, genauso kann ich die Frauen verstehen, die gerne wieder arbeiten möchten und dann den Männern den Job zu Hause überlassen. Und nicht zu vergessen die homosexuellen Paare, die mittlerweile auch gemeinsam Kinder adoptieren dürfen. Es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten und die sollten endlich einmal umgesetzt werden.

Jeder Papa sollte die Möglichkeit haben die Kinder überall versorgen zu können. Sei es im Schwimmbad, in einem Geschäft oder Restaurant.

Kein Papa sollte mehr komisch angeguckt werden weil er Elternzeit nimmt. Vor allem sollte dabei kein Arbeitgeber Probleme mit haben und es seinen Angestellten schwer machen. Auch das habe ich leider schon öfter gehört. Bei meinem Mann war das alles überhaupt kein Problem. Bei ihm in der Firma gibt es ein extra Antragsformular für die Elternzeit und sein Chef hat ihn in der Entscheidung sogar noch bestärkt. Es sollte als ganz normal empfunden werden und jeder Vater, der die Chance hat, sollte diese auch nutzen.

Die Gesellschaft ist heute einfach bereit dafür. Es wird nicht nur das Leben vieler Frauen erleichtern sonder auch die Kinder werden sich mit Freude an die schöne Papa-Zeit erinnern.

Los liebe Männer, ab an die Wickeltische, eure Kinder werde es euch irgendwann danken 😉

Bis bald,

eure Sarah

 

2 Kommentare

  1. Liebe Sarah,

    den Ansatz finde ich auch sehr gut. Hier bei uns gibt es ja schon oft extra Wickelräume. Ich glaube in den USA ist das nicht so.

    Man stelle sich vor, den Mann ist mit den Kindern unterwegs und es gibt nur in den Damentoiletten Wickelmöglichkeiten. Option 1: Mann geht einfach aufs Damenklo, Option 2: Kind wird nicht gewickelt.

    Bei uns ist die Rollenverteilung so: wir haben 3 Kinder, bei den ersten beiden war ich in Elternzeit, beim 3. Kind mein Mann (aber effektiv war der Kleine schon mit 3 Monaten bei einer Tagesmutter, da mein Mann noch studiert hat).
    Jetzt arbeiten wir beide 30 Stunden pro Woche und kümmern uns 50/50 um alle anfallenden Aufgaben. Gerade weil mein Mann seinen Papa als Kind kaum gesehen hat, weil der immer arbeiten war, wollte er das für seine Kinder anders machen.

    Mein Mann wird immer über den Klee gelobt, dass er soviel Zeit mit den Kindern verbringt und auch im Haushalt mit anpackt.
    Ich werde nicht gelobt. Von mir wird es einfach erwartet, ich bin ja schließlich die Mutter.

    Ich finde, es muss noch viel normaler und selbstverständlicher werden, dass Männer sich für die Familie engagieren.

    Liebe Grüße
    Juliane

    • Hallo Juliane!

      Ich finde es toll, dass ihr euch die Arbeit 50/50 teilt.

      Und mit dem Loben hast du leider recht. Bei uns Müttern wird es als selbstverständlich angesehen und die Männer bekommen den ganzen Lob. Das ist ziemlich unfair. Da ist aber wohl noch das alte Rollenbild schuld dran. Das die Frau genauso anstregende Arbeit hat, wird leider oft vergessen. Schade!

      Liebe Grüße,
      Sarah

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