Familienleben Schwangerschaft und Geburt

Schwanger mit Kleinkind

Zuerst einmal muss ich zugeben, dass ich mir diese Zeit auf keinen Fall so anstrengend vorgestellt habe. Ich dachte der Bauch wird mich schon nicht daran hindern weiterhin mit meinem Sohn zu toben.

Doch leider habe ich falsch gedacht:

Am Anfang die ständige Übelkeit und Müdigkeit die mich die ersten 3 Monate getroffen hat. Sogar beim Vorlesen oder Spielen bin ich gegen Mittag in dem Bett vom Sohn eingeschlafen. Es wäre zu schön gewesen, wenn der Sohn einfach mit mir einen Mittagsschlaf gemacht hätte aber da er schon seit ca. einem Jahr keinen Mittagsschlaf mehr macht hat das natürlich nicht funktioniert. Er hat mich dann aber oft ein wenig schlafen lassen und alleine weiter gespielt. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Danke mein Sohn!!!

Nachdem die ersten 3 Monate vorbei waren ging es mir etwas besser. Auch ein wenig toben im Garten hat kurzzeitig wieder super geklappt. Das war eine richtig schöne Zeit und ich hatte gehofft das es bis zum Ende so bleibt. Doch leider falsch gedacht.

Am Ende der 22. SSW ging es wieder richtig los. Am 30. Mai bin ich auf der Arbeit fast umgekippt. Dort bin ich dann auch eher gegangen. Das ganze Wochenende danach ging es mir richtig schlecht. Bei jedem Aufstehen drehte sich alles und ich war quasi gar nicht fähig mich richtig um meinen Sohn zu kümmern. Direkt am Montag bin ich dann zu meiner Ärztin und sie hat mich krank geschrieben. Sie war der Meinung das ich genug Kraft für den Rest der Schwangerschaft brauche. Die Krankschreibung lief dann quasi bis zum Mutterschutz. Und ich kann hier auch nur „Danke“ sagen. Seit ich im Mutterschutz bin habe ich kaum noch Kreislaufprobleme. Im nachhinein muss ich sagen, dass der Stress mit Kind, Schwangerschaft und Arbeit zuviel war und ich deshalb diese Probleme hatte.

Im Juni haben wir dann nochmal einen schönen Urlaub auf Rügen (Binz) gemacht. Auf den Fahrten sind zwar ständig meine Füße taub geworden aber das war es wert. Mein Sohn war glücklich und hat mit dem Papa schön am Strand rumgetobt während ich mich ausruhen und die Seeluft genießen konnte.

Passend zu seinem dritten Geburtstag waren wir dann wieder zu Hause. Die Geburtstagsfeier mit der Familie war ein voller Erfolg. Wir hatten einen so schönen Tag. Einen Kindergeburtstag gab es leider nicht. Erstens wusste ich nicht ob ich das schaffe und zweitens hatte er zu der Zeit wechselnde Freunde und Feinde. Nächstes Jahr wird es dann aber endlich einen Kindergeburtstag geben. Das habe ich mir fest vorgenommen.

Die schlimmste Zeit der Schwangerschaft waren die ersten 2 Juliwochen. Meinem Sohn mussten komplett die Mandeln raus genommen (und noch ein paar andere Sachen wurden gleich mitgemacht) werden. Im März wurde er bereits operiert aber leider hat das Kürzen der Mandeln nicht gereicht. Somit hatten wir einen dreitägigen Krankenhausaufenthalt vor uns. Es war eine Qual ihn leiden zu sehen und für mich mit den Hormonschwankungen sicherlich nicht leichter zu ertragen. Diese Schmerzen die er hatte gönne ich keinem. Die Nächte fanden dann größtenteils bei mir auf dem „Beistellbett“ statt. Also viel geschlafen haben wir nicht. Nach 3 Tagen durften wir dann endlich nach Hause. Die ganzen Schmerzmittel haben aber immer nur kurz gewirkt und dann wurde mehrere Stunden durchgeheult. Das einzig Gute für meinen Sohn war, dass er soviel Eis und Pudding bekommen hat wie er wollte. Im Krankenhaus wurden wir natürlich noch vor Nachblutungen gewarnt. Und warum sollte es auch anders sein passierte uns genau das. Mein Mann war auf Dienstreise in Hamburg und mein Sohn erbrach sich am Abend und es war Blut dabei. Ich rief einen Krankenwagen und der wollte uns erst gar nicht mitnehmen, weil mein Sohn so am schreien war und die Rettungssanitäter der Meinung waren mit dem eigenen Auto wäre es besser für den Sohn ins Krankenhaus zu fahren. Meine Mutter war zum Glück hier und hat denen ganz deutlich gesagt das ich so aufgeregt und schwanger ganz bestimmt nicht fahren werde. Begeistert waren sie davon nicht aber mitgenommen haben sie uns dann doch. Angekommen im Krankenhaus konnte man von der Blutung nichts mehr erkennen aber wir durften trotzdem weitere 2 Tage im Krankenhaus bleiben. Ich werde nie vergessen wie mein Sohn geschrien hat als er einen Zugang bekommen hat und ihm Blut abgenommen wurde. Das alles alleine durchzustehen war echt zuviel für mich. Auch wenn mein Mann direkt aus Hamburg zurückgekommen ist war es für mich einfach nur eine heftige Zeit und wenn ich daran denke schießen mir immer noch die Tränen in die Augen.

Seitdem alles überstanden ist geht es uns viel besser. Leider ist meine Bewegungsfreiheit mit dem großen Bauch ziemlich eingeschränkt und so finden viele Nachmittage kuschelnd vorm Fernseher (ja, ich weiß das ich nicht gerade gut) oder mit einem Buch statt. Ich erlaube ihm auch alle Decken und Kissen im Wohnzimmer zu verteilen (er hat immer eine neue Idee) und sehe vieles nicht mehr ganz so eng. Ich lasse derzeit auch viel zu viel durchgehen.

Ich bin froh das ich meinen Mann habe der hier immer kocht, meine Eltern die den Sohn oft zu sich nehmen und mit ihm raus gehen, ihn oft zum Kindergarten bringen und abholen, unsere Wäsche machen und sich um den Garten kümmern, meine Schwiegereltern die sich auch um den Sohn kümmern und die Tanten die mit ihm rumtoben und auch schon des Öfteren den Rasen gemäht haben. Ein gr0ßes DANKE an alle. Ohne euch könnte ich mich teilweise kaum um meinen Sohn kümmern. Dadurch das mir die Arbeit abgenommen wird geht es meinem Körper besser und ich kann mehr mit ihm machen.

Dennoch plagt mich permanent das schlechte Gewissen meinem Sohn nicht gerecht zu werden. Ich muss viel zu oft nein sagen oder ihn auf später vertrösten und das tut mir unendlich leid. Ich freue mich auf die Zeit, wenn die ganzen Schwangerschafts- und Geburtswehwehchen vorbei sind und ich wieder ausgelassen mit ihm spielen kann.

Jetzt sind es noch 6 Tage bis zum voraussichtlicher Entbindungstermin und ich hoffe es geht bald los. Ich möchte endlich wieder fit für meinen Sohn sein.

 

 

 

3 Kommentare

  1. anke kleine

    hast du echt gut geschrieben und bald hast du es geschafft

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