Familienleben

Strohwitwenwoche – oder wie alles im Chaos endete

Strohwitwenwoche, ich hasse es!

Diese Woche ist einfach zum vergessen, es war nur anstrengend und irgendwie lief alles schief. Es war eben eine typische Strohwitwenwoche für mich. Ich frage mich wie Alleinerziehende das Woche für Woche schaffen! Und dabei war ich nicht mal alleine, denn ich hatte viel Hilfe von meinen Eltern. Aber trotzdem: Wenn der Papa nicht da ist, leiden vor allem die Kinder darunter und sind wie ausgewechselt.

Der Sohn versteht diese Zeit mittlerweile schon ganz gut und außer ein paar Wutausbrüchen mehr, klappt es ganz gut mit ihm. Es war aber auch schon anders und deshalb bin ich jetzt froh, dass er so gut damit klar kommt.

Beim letzten Mal hat die Tochter das ganze noch locker aufgefasst und ihr war es noch nicht so bewusst. Diesmal ist sie bei jedem Geräusch zur Tür gekrabbelt und man konnte ihr wirklich anmerken, dass sie ihren Papa vermisst. Ich habe jeden Abend kämpfen müssen bis sie schläft. Hat sie dann endlich geschlafen, ist sie wieder wach geworden als ich mich rausschleichen wollte. Am dritten Abend habe ich mir direkt beide Kinder geschnappt und bin mit ihnen ins Bett gegangen, denn anders hat es die Abende davor ja auch nicht funktioniert. An diesem Abend schliefen beide schnell ein und „nur“ der Nachtschreck vom Sohn hat diesmal alle wieder wachgemacht. Irgendwann hatte ich dann aber auch wieder meine Ruhe. Zum Glück.

Donnerstag, der schlimmste Tag der Woche…

Eigentlich hatte ich mich auf Donnerstag gefreut, denn der Mann kam wieder nach Hause. Doch bevor er ankam ist die Tochter gestürzt. Ich habe sie an das Sofa gestellt und sie ist umgekippt, sie hatte das Gleichgewicht verloren. Sie schrie, ich sah Blut aus dem Kopf laufen und geriet in Panik. Zum Glück war meine Mutter gerade da. Sie nahm die Tochter, ich holte ein Tuch und ein Kühlpack um die Blutung zu stillen. Kurze Zeit später war die Blutung erst einmal gestoppt und die Tochter hatte sich wieder etwas beruhigt. Anstatt die Tochter zu beruhigen, bin ich auf die Toilette gerannt, habe die Tasche gepackt und dachte nur darüber nach ob wir uns gleich in einem Krankenwagen wieder sehen. Das Kopfkino war perfekt :-(. Aber als die Blutung dann wirklich aufhörte, ich sah wie die Tochter sich beruhigte und ich mir endlich die Wunde anschauen konnte, wusste ich, dass ein Krankenwagen nicht nötig ist. Aber da das Loch doch recht groß war, war ein Besuch im Krankenhaus unausweichlich. Ich rief meine Schwiegermutter an, die mich und die Tochter schließlich ins Krankenhaus fuhr. Der Sohn blieb in dieser Zeit bei meiner Mutter. Er hatte das ganze auch mitbekommen und dachte, er wäre schuld gewesen. Ich weiß wirklich nicht warum, denn er stand weit weg und ja, ich wollte ihm gerade ein Eis holen, aber deshalb ist er ja nicht schuld, wenn sich die Tochter weh tut. Er hat sich in seinem Zimmer versteckt 🙁 Bevor wir los sind, konnte ich aber zum Glück noch mit ihm sprechen und ihm deutlich machen, dass er wirklich rein gar nichts dafür kann. Ich war sehr glücklich das meine Schwiegermutter uns ins Krankenhaus gebracht hat, denn ich war selber zu aufgekratzt um zu fahren und wollte neben der Tochter sitzen.

Im Krankenhaus angekommen sind wir erst in die Kindernotaufnahme. Dort wurden wir direkt in die normale Notaufnahme geschickt, was mir dann doch ein bisschen Angst machte. Dort duften wir dann erstmal warten, was mich ziemlich aufgeregt hat. Ein 9 Monate altes Baby mit offener Wunder. Naja, wir haben es überlebt, ich habe mich geärgert, aber so ist das halt im Krankenhaus.

Als wir dran waren, erwartete uns ein sehr netter Arzt mit einer Studentin. Als ich erfahren habe, dass die Tochter nicht genäht werden muss war ich sehr glücklich. Sie hat alles so tapfer mitgemacht und hat kaum geweint. Die Wunde wurde geklebt und wir haben einen Zettel für die Kinderärztin mitbekommen und einen Zettel was wir beobachten müssen.

1690009_509153009240506_71222413750631566_nAm Abend ist sie noch etwas wackelig auf den Beinen gewesen, was aber eher von der hohen Müdigkeit kam, als von der Verletzung.

Die Nacht möchte ich nur vergessen. Als ich ins Bett ging, wurde die Tochter wach und es half nur ein Paracetamol Zäpfchen. Sie schmiss ihren Kopf immer zurück und man konnte richtig merken, wie sie vor Schmerzen schrie. Sie brauchte danach noch sehr lange bis sie eingeschlafen war und schlief auch die ganze Nacht sehr unruhig.

 

Freitag, endlich ist die Woche vorbei!

Am Vormittag habe ich die Tochter kaum aus den Augen gelassen. Ich brauche erstmal wieder Vertrauen, dass sie nicht stürzt.

Zur Kontrolle zum Kinderarzt mussten wir auch noch. Ich habe den Mann gezwungen früher Feierabend zu machen und mitzukommen. Unser Kinderarzt hat natürlich gerade Urlaub und wir mussten zur Vertretung. Langes Warten für 5 Minuten Untersuchung, aber alles ist bestens.

 

Gedanken…

Ich mach mir große Vorwürfe. Die Tochter ist auf die Kante vom Laufstall gefallen. Diese hatte ich mit einem dicken Tuch umschlungen, aber es muss wohl verrutscht gewesen sein oder vielleicht hat sie auch die Rolle getroffen.

Dass ich in Panik geraten bin, war natürlich auch keine große Hilfe. Ich hätte mich lieber um die Tochter kümmern sollen!

Warum habe ich sie einfach an das Sofa gestellt? Warum hatte ich nicht richtige Eckschoner am Laufstall (eigentlich, weil sie immer abgeknibbelt werden)? Warum habe ich sie nicht hingesetzt? Warum warum warum…. Ändern kann ich es leider nicht mehr! Wir können nur froh sein, dass es gut ausgegangen ist. So einen Tag brauche ich so bald nicht wieder!

Unterschrift

 

 

3 Kommentare

  1. Das klingt nach einer echt blöden Woche! Fühl dich mal gedrückt!

    Ich kenn das mit dem Strohwitwen-Dasein ganz gut – mein Mann macht immer 5-7 Tage am Stück 12-Stunden-Dienste, dann bin ich auch eigentlich den ganzen Tag mit der Prinzessin alleine. Ist schon immer etwas angespannter, als wenn der Mann nachmittags wenigstens da ist.

    Aber mach dir bitte keine Vorwürfe wegen deiner Tochter! Sowas passiert einfach. Kein Kind wird groß ohne sich das ein oder andere Mal zu verletzen und hinterher ist man immer schlauer und überlegt, ob man es hätte verhindern können. Aber man kann eben nicht an alles denken und auch nicht immer jedes Kind im Auge haben. Ist ja nochmal alles gut gegangen!

    Liebe Grüße, Biene

    • Puh. Das klingt bei dir ja wirklich anstrengend! Wir hatten uns eigentlich an diese Wochen gewöhnt, aber die Tochter ist halt noch sehr klein und begreift das alles nicht.

      Ich bin nur froh, dass es der Tochter jetzt wieder gut geht. Mein Vertrauen ist auch zurück und ich lasse sie wieder alleine alles in den Regalen erkunden 😉

      Liebe Grüße und danke dir!
      Sarah

  2. Pingback: Glücksjahr 2015 – 28+29 | Zwergenzimmerchen

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