Gastbeitrag Wohntraum (Blogreihe)

Unser Wohn(t)raum – viele Möglichkeiten

wohntraum

Mit meiner Mutter und meinen beiden Geschwistern bin ich in einer Mietwohnung bzw. später in einem gemieteten Haus aufgewachsen. Meine Mutter hat später ein Haus gekauft, als ich schon ausgezogen war. Ich habe aus der Ferne gesehen, wieviel Arbeit so ein Haus und der Garten ist und habe auch gesehen, dass es oft zu viel für sie war, sodass der Garten (nach meiner Ansicht) nicht gepflegt genug war und habe ihr das auch oft gesagt. Aufgrund der Entfernung und auch meinen eigenen Verpflichtungen hatte und habe ich nicht die Zeit, ihr dabei zu helfen. Das tut mir auf der einen Seite leid, auf der anderen Seite ist sie nie davon ausgegangen, dass sie von mir große Unterstützung bekommen kann, weil ich eben weit weg wohne und inzwischen eigene Kinder habe.

Ich habe selbst in Mietwohnungen gewohnt, bis dass ich meinen heutigen Mann kennenlernte. Er sagte, dass er nur noch einmal umzieht und dann in was Eigenes. Wir waren uns einig, dass wir so viel Arbeit im Garten, wie wir bei seinen Eltern und meiner Mutter sahen, nie selber haben wollen. Wir waren zu der Zeit beide Vollzeit berufstätig und haben uns so für eine 4-Zimmer-Eigentumswohnung mit großem Balkon entschieden. Das waren immerhin 2 Zimmer und 40 m² mehr als wir vorher hatten. Bei der Kalkulation sind wir immer davon ausgegangen, dass wir beide arbeiten werden.

Inzwischen haben wir zwei Töchter, arbeite in Teilzeit und ich habe manches Mal gedacht, dass wir im Nachhinein betrachtet besser ein Haus gekauft hätten, das nicht an einer Hauptstraße liegt und im Garten viel Platz zum Spielen für die Kinder hätte. Die Vorteile wären, dass die Kinder vielleicht ohne größere Sorgen aus der Haustür laufen können, wenn das Haus an einer Spielstraße liegen würde, viel Bewegungsfreiheit hätten und wir keine Nachbarn hätten, mit denen wir uns arrangieren müssen. Wir haben hier Glück mit den Nachbarn – das steht außer Frage. Aber trotzdem fühle gerade ich mich manchmal durch sie gestört, wenn die Mieter unter uns am Wochenende bis in die Nacht feiern. Es kommt aber glücklicherweise nicht so oft vor und wahrscheinlich fühlen sie sich durch uns gestört, wenn unsere Große morgens um 7 Uhr durch die Wohnung poltert. Und das kommt deutlich häufiger vor als ihre Partys.

Das Haus hätte allerdings auch Nachteile: Wir würden dann garantiert nicht in diesem Stadtteil und vermutlich auch nicht so zentral wohnen, um Einkäufe zu Fuß zu erledigen, weil man Häuser in diesem Stadtteil nicht bezahlen kann bzw. diese wirklich Mangelware sind. Außerdem hätten wir ein Haus garantiert erstmal renovieren müssen, was zusätzliche Kosten wären, da wir beide handwerklich nicht sehr begabt sind. Wenn die Kinder ausziehen, ständen wir vor der Frage, ob wir es dann verkaufen, weil es vermutlich für uns beide allein zu groß wäre. Und vermutlich müsste ich dann auch Vollzeit arbeiten, um das Haus finanzieren zu können. Das fände ich zu schade, weil ich es sehr schön finde, viel Zeit mit den Kindern verbringen zu können.

Wir sind also zu dem Schluss gekommen, dass die Eigentumswohnung für uns die richtige Entscheidung war und wir dann für die Jahre, in denen die Kinder ein eigenes Zimmer haben möchten und brauchen, etwas zusammenrücken. Dann wird das Büro für die Zeit eben aufgelöst und der PC und die Bücherregale stehen im Wohnzimmer. Zurzeit schlafen beide Kinder bei uns, im Kinderzimmer steht ein ausziehbares Bett, in dem in den ersten Jahren beide Kinder schlafen können und auch ein Hochbett Platz finden würde. Wir sind also für alle Möglichkeiten vorbereitet.

Allerdings bleibt ja noch die Möglichkeit offen, draußen zu spielen. Wir haben in unserer Nähe inzwischen einige Spielplätze gefunden, die sowohl uns und auch der Großen gefallen. Vor Kurzem haben wir uns für einen Kleingarten entschieden, der fußläufig von unserer Wohnung erreichbar ist und in dem wir kaum Vorgaben zur Bepflanzung haben. Zurzeit sind dort Obstbäume, Obststräucher und Kartoffeln angepflanzt. Einen Teil haben wir schon mit Rasen besät, um dort eine Spielfläche für die Kinder zu errichten. So finde ich es gut passend für uns und ich würde es als unseren Wohntraum bezeichnen. So ist es aus heutiger Sicht für all die Phasen, die auf uns zukommen werden, passend. Manchmal träumen wir dennoch von einem Haus mit Garten, wenn wir mal im Lotto gewinnen. Aber dafür müssten wir ja erstmal Lotto spielen. Daher sind die Chancen darauf sehr gering.

 

Die Autorin über sich:

Bildrechte: mamis-blog.de

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Über mich

Ich bin Renate von Mamis Blog (www.mamis-blog.de) 34 Jahre alt, bin verheiratet und habe 2 Töchter (geboren im Februar 2013 und im Mai 2015). Wir leben in einer Eigentumswohnung in Leverkusen und unser neues Hobby ist unser Kleingarten, den wir gerade erst übernommen haben.

Vorstellung des Blogs

Auf meinem Blog schreibe ich über Themen, die mir gerade in den Sinn kommen, alles um das Thema „Bedürfnisorientierte Erziehung“ und was damit zusammen hängt. Auf die Idee des Blogs gekommen bin ich, weil ich über das Internet auf andere Mama- und Papa-Blogs gestoßen bin und es toll finde, sich so gegenseitig zu helfen und die eigenen Erfahrungen zu notieren und festzuhalten, wenn nicht für andere, dann eben für mich selbst und die Kinder. So bin ich auch auf den Geschmack bekommen und habe auch schon viele interessante Leute darüber kennen gelernt (wenn man das in der Online-Welt so nennen darf). Zumindest bedeuten mir diese Kontakte von Gleichgesinnten viel, weil ich in meiner Umgebung wenige Eltern treffe, die ähnlich denken.

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