Familienleben

Wutausbrüche und ihre Gründe

Wut- oder Trotzanfälle der Kleinen, jede Mutter und jeder Vater kennt sie. Manchmal scheinbar ohne Grund legen die Kinder los und man weiß beim besten Willen nicht was man gerade falsch gemacht hat.

Dennoch gehört dieses ganze Verhalten zur Entwicklung dazu und kann trotzdem sehr anstrengend für beide Seiten sein.

Kinder haben ihren eigenen Kopf, ihre eigene Vorstellung vom Leben und da sie sich nun einmal noch nicht so gut artikulieren können wie Erwachsene, endet es dann einfach in einem Wutausbruch. Vielleicht sollten wir Erwachsenen einfach öfter mal nachfragen, warum das Kind es in dem Moment denn auf jeden Fall gerade es so möchte und nicht anders. Vielleicht könnte man den Situationen so viel einfach aus dem Weg gehen.

Aber ich muss mir leider selber eingestehen: in diesen Momenten vergesse ich das sehr oft, weil ich mich nicht mit dem Problem, sondern mit der Wut beschäftige. Anders wäre es einfacher, aber in solchen Situationen kann ich manchmal nicht anders.

Einen ganz tollen Text zum Thema „Trotzen? Gibt es nicht.“ hat Susanne Mierau von Geborgen Wachsen geschrieben. Dieser Text hat mir die Augen geöffnet und deshalb möchte ich Frau Mierau hier gerne zitieren:

Laut Duden bedeutet Trotz “hartnäckiger [eigensinniger] Widerstand gegen eine Autorität aus dem Gefühl heraus, im Recht zu sein”. Doch ist es das wirklich, was sich in den Reaktionen der Kinder zeigt? Das Kind zeigt in seiner Äußerung seine Vorstellung, seinen Willen oder Wunsch. Es tut das nicht in erster Linie als Widerstand gegen eine Autorität (sofern man die Beziehung zwischen Kind und Eltern überhaupt mit diesem Machtgefälle bezeichnen möchte). Es lehnt sich nicht in erster Linie gegen einen anderen Menschen auf, sondern zeigt seine eigenen Vorstellungen, die sich eben von denen eines anderen Menschen unterscheiden.

– Susanne Mierau – Geborgen Wachsen –

Und da ich mich auch mal bei anderen Eltern umgehört habe, welche Gründe ihre Kinder für Wutausbrüche haben, habe ich sie für euch zusammengestellt. Das sind natürlich nur die Gründe, die wir Erwachsenen sehen und nicht das Problem, das die Kinder gerade genau haben. Allerdings konnte ich bei vielen Situationen mitfühlen und bin froh, dass wir nicht alleine sind. Vielleicht können wir Erwachsenen uns ja mal Gedanken machen, warum die Kinder in den jeweiligen Situationen wütend geworden sind.

Lachen ist natürlich auch erlaubt!

Er hat die Spielkarten durcheinander gebracht und ich sollte sie wieder genauso hinlegen wie sie waren.

Das Brot sollte nicht durchgeschnitten werden.

Wenn man ihn nicht versteht oder man die falsche Antwort gibt

Wenn die Kleine nichts vom Essen abbekommt oder den Fernseher nicht anfassen darf oder das Licht im Schlafzimmer nicht anmachen soll.

Ich wollte ihm Schuhe anziehen.

Wenn ich die Wohnungstür einfach hinter uns schließe.

Zähneputzen, Anziehen, Essen… Lässt sich beliebig fortsetzen..

Ich will das, aber ich kann das nicht!- gerade sehr beliebt.Oder wenn wir nicht schnell genug Flasche/Essen ranschaffen.

Wenn sie nicht Erste ist, egal wobei.

Am wütensten werden die Mädels wenn sie glauben, die Schwester würde bevorteilt.

Dafür brauchen meine nicht unbedingt einen (ersichtlichen) Grund.

Schlafen sollen, Zähne putzen, vom Spielplatz/Freunden nach Hause müssen, manchmal wenn ich keine Zeit für sie hab (Haushalt).

Dass der Tütenclip nicht aufrecht stehenbleibt.

Mini, 14 Monate bekommt nen 1A Wutanfall wenn der Kühlschrank gesichert (und somit nicht ausräumbar) ist.

Wenn man den Puppenwagen als Laufhilfe benutzt und sich festfährt. Wenn man auf dem Rücken liegen soll zum Wickeln. Wenn sie was haben will und nicht bekommt/weggenommen bekommt.

Von den großen Schwestern (11 und 12) gegängelt oder ausgegrenzt zu werden. Da rastet die Jüngste (8) schon mal aus und wird richtig sauer.

zB. physische Existenz von Geschwistern

Wir kommen an der Haustür vorbei, gehen aber nicht raus / wir waren draussen und gehen wieder rein / wir gehen nicht in den Wald

Klebrige Hände Voll der Ausraster gestern (Hände waschen war zu anstrengend). Der Mini (10 Monate) rastet aus, wenn er nix vom Eis abbekommt.

Wenn der Kakaobecher leer ist. Drama!

 Wenn es Kartoffeln statt Nudeln gibt, es Nudeln statt Kartoffeln gibt (24 Monate) /der Kipplaster beim Kippen die Ladung tatsächlich abkippt.

Nach 9 nicht nochmal zu den Freunden rüber gehen dürfen, keine Pizza abbekommen, 2x Zähne putzen müssen.

Wenn man einen Rest vom Teller der Kinder isst, obwohl man vorher 3x gefragt hat, ob sie das noch essen wollen.

Die Lütte ist ausgerastet, weil sie kein Kleid hatte, was sich vernünftig dreht. Ich hab danach ernsthaft welche gekauft.

Wenn ein Fischstäbchen seine Kruste verliert beim Gabeln gibts hier rumpelstilzchenfeeling /boah, und wenn die kleine Schwester ne rauszieht dreht der Große völlig am Rad.

Ansonsten, einfach, wenn sie ihren Willen nicht bekommt. Beim Keks angefangen beim Steakmesser aufgehört.

Es seiner Meinung nach noch zu hell zum Schlafen ist, er keine Lust hat zu duschen, die Socken/Hosen nicht passen.

„Die (egal wer) hat das (egal was) genommen. Das ist aber meins.“ Heulkreisch.

Gründe? Gibt’s da wirklich Gründe dafür? 😉

Wenn ich mich auf der Terrasse auf einen der 8 Stühle setze – auf genau dem will sie nämlich sitzen. Immer.

Wenn die große eingestehen muss, dass Mama oder Papa recht haben.
Die Kleine, wenn sie mir ihrem „Kopf durch die Wand „will und es nicht so läuft, wie sie es sich vorstellt.

Mein Sohn ist regelmäßig ausser sich wenn er spielt er sei ein Dinosaurier oder Drache und jemand ihn doch tatsächlich mit seinem Namen anspricht. Tsss also echt. Man sieht doch, dass er gerade Drache spielt… 

Manchmal reicht ein kleines „Nein!“ schon.

Wenn mein Sohn seine Zahnbürste weg stellen soll weil er schon 10 min putzt.

Wenn er irgendwas in die Finger bekam, wie ein Buch oder eine Zeitung und ich es ihm weg nehme. Oder ihm Essen von mir gebe aber ich aufesse.

Weil man im Winter kein Trägerkleid anziehen darf.

Nicht genug Butter auf dem Brot -> zu viel Butter auf dem Brot, falsche Tasse/Teller/Becher/Besteck, sich anziehen müssen, ich musste auf Toilette und er durfte nicht auf meinen Schoß dabei sitzen.

Weil man nicht als erstes durch die Tür darf, weil der Zopf schief sitzt, der Haargummi die falsche Farbe hat……

Da fällt mir viel ein..darf etwas nicht machen/essen, ich gebe ihm den falschen Becher/Löffel/Teller/Schale, zuviel oder zu wenig Milch in den Cornflakes, er will in den Hochstuhl (da muss aber seine Schwester rein), Schwester nimmt ihm was weg/Macht was gebautes kaputt, ich gebe ihm das falsche zu trinken/zuviel/zu wenig , ziehe ihm das falsche an, koche etwas das er nicht essen will, er will etwas machen und das funktioniert nicht so wie er das wollte, ich höre Musik, ich gucke Fernsehen, ich räume auf, er will Baden/raus oder sonst was aber es geht gerade nicht, wir besuchen wen und er möchte das nicht, wir fahren nicht mit dem Bus, wir fahren nicht mit der neuen Bahn. Und ich könnte noch mehr schreiben…

Nr. 1 ist sie darf mein Handy nicht haben oder wenn ich unangekündigt telefoniere und sie nicht „hallo“ sagen darf.

Wenn das Kleinkind (1,5 J.) nicht ganz alleine von der 2. Etage die Treppe runter laufen darf oder wieder hoch.

Töchterchen hat SOFORT Terz gemacht, weil sie Babybananen wollte…Es normal zu sagen ist ja langweilig. Und was ihr den Rest gegeben hat…Wir hatten welche da

Für meinen Neffen war diese Woche ein großes Verbrechen, dass die Mama die Balkontür zugemacht und damit den weiteren Zugang zum Planschbecken verwehrt hat.

Wenn die kleine Schwester (8 Monate) der großen Schwester (2 Jahre) den Schnulli klaut.

Weil er den Pulli anziehen wollte den er nicht anziehen wollte. Ziemlich dada.

Vielen lieben Dank für eure ganzen Geschichten!

 

Und welche „Gründe“ sind es bei euch?

 

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1 Kommentar

  1. Pingback: Schreien, kreischen, heulen #Wutkinder | Zwergenzimmerchen

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